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In Raunheim ist aus zwei Kirchengemeinden eine geworden • Von Susanne Rapp

Das Schiff lenkt sich besser

Seit rund anderthalb Jahren gibt es die Raunheimer Paulusgemeinde, hervorgegangen aus einer Fusion. Mittlerweile lebt man dort das Wir-Gefühl.

Beide Seiten wissen, worauf sie sich einlassen

Mit Merten und Pfarrvikarin Jennifer Koch betreuen derzeit zwei Seelsorger die Gemeindemitglieder, die in zwei gleich großen Pfarrbezirken leben. Koch stammt aus Fulda und absolvierte ihr Theologiestudium in Mainz und Frankfurt. Sie ist seit Januar für die Paulusgemeinde tätig. Merten war von 2002 bis 2009 Gemeindepfarrer der Raunheimer Martin-Luther-Gemeinde und ist seit November 2014 als Pfarrer für die Paulusgemeinde tätig. Auf die vakante Pfarrstelle bewarb er sich, da er den Ort und viele Gemeindemitglieder aus seiner früheren Tätigkeit gut kennt. »Der Vorteil dabei ist, dass beide Seiten wissen, worauf sie sich einlassen«, sagt er. Da beide Pfarrer relativ neu in der Paulusgemeinde sind, haben sie auch einen unverbrauchten Blick auf das Geschehen. Merten kennt viele Gemeindemitglieder, Koch befruchtet die Gemeindearbeit mit alternativen Blickweisen und Ideen. Sie hat, sagt ihr Kollege, von Anfang an das Wir-Denken gelebt.

Paulus und sein Handeln als Inspiration

Als Namensgeber der fusionierten Gemeinden dienen Paulus und sein Handeln als Inspiration. »Es sind verschiedene Gaben, aber es ist ein Geist«, zitiert der ehemalige Pfarrer Martin Stenzel in einer Sonderausgabe des Gemeindebriefs »Blick Kontakt« aus dem ersten Korintherbrief: »Und es sind verschiedene Ämter, aber es ist ein Herr. Und es sind verschiedene Kräfte, aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allem.«

Liturgien der beiden Gemeinden vereinheitlichen

Für die Zusammenführung zweier Kirchenvorstände, die auf eine lange Tradition der Eigenständigkeit zurückblicken, bedeutete die Fusion eine große Umstellung. Denn in den vergangenen 44 Jahren haben sich kleine, feine Unterschiede gebildet. So galt es, die Liturgien der beiden Gemeinden zu vereinheitlichen oder die Aufnahmekriterien für die beiden Kindertagesstätten »Arche Noah« und »Morgenstern«. »Ein Haufen Arbeit« sei das gewesen, sagt Volker Seip, der dem Kirchenvorstand vorsitzt und seit 26 Jahren als Küster in Wiesbaden arbeitet. Es sei immer noch jede Menge Arbeit, sagt er: Die kleinen Unterschiede gelte es zu hinterfragen. Was hat sich bewährt und was nicht? Was ist den Menschen der Gemeinde wichtig und daher Grund, es beizubehalten? Da gebe es viel Redebedarf.

Viele Spezialisten im Vorstand

Der Kirchenvorstand mit seinen kompetenten Mitgliedern sei die größte Stärke der Gemeinde, findet Seip. Durch berufliche Erfahrung oder durch langes Einarbeiten seien alle im Vorstand zu Spezialisten in einem oder in mehreren Gebieten geworden – für Öffentlichkeitsarbeit, juristische Fragen, Finanzen, bauliche Angelegenheiten, Kirchenmusik oder Jugendarbeit. Hinzu kommt, dass der Kirchenvorstand bestens vernetzt ist und gute Beziehungen zur Stadt pflegt. Und wenn die Gemeinde zu einem Fest einlade, werde nicht delegiert, sondern selbst mit angepackt.

Teamer werden in die Konfirmandenarbeit integriert

Der CVJM als überkonfessionelle Organisation hat die Kinder- und Jugendarbeit vollständig und erfolgreich übernommen. Teamer werden in die Konfirmandenarbeit integriert. Es gebe thematische Samstage, an denen die jungen Protestanten intensiver an einem Thema arbeiten, erläutert Pfarrerin Koch. Aktuell sei das Thema Abendmahl an der Reihe, sodass die Konfis im Anschluss zum Abendmahl gehen können und nicht erst nach ihrer Konfirmation.

Statt zweimal halbvoll lieber einmal voll

Die Reduzierung auf einen gemeinsamen Gottesdienst an Feiertagen wurde sehr gut angenommen, erzählen die Theologen. Zu Gründonnerstag lud die Gemeinde zu einem Tischabendmahl mit anschließendem Grüne-Soße-Essen in die Kirche am Stadtzentrum ein und freute sich über 40 Besucher. Die Kürzung auf nur einen Gottesdienst sei nicht eingeführt worden, um die Arbeit zu verringern, erklärt Koch. Es gehe vielmehr darum, das Wir-Gefühl zu fördern. Statt zwei halbvoller gebe es nun eine volle Kirche. Das sei ein positiver Synergieeffekt.

Kindern Grundkenntnisse über christliche Werte vermitteln

In den beiden Kindertagesstätten gibt es ein religionspädagogisches Angebot: Den Kindergartengottesdienst und eine weitere Veranstaltung, bei der ohne Gottesdienstcharakter Geschichten über Gott und die Welt erzählt werden. Ziel dabei sei es, den Kindern Grundkenntnisse über christliche Werte und Weltsichten allgemein menschlicher Grunderfahrungen zu vermitteln.

Die Paulusgemeinde hat viele Gruppen, die sich aus eigener Initiative gegründet haben. Hierzu gehören die Flötengruppe, ein Bastelkreis, ein Treff für Frauen über 60 oder ein Männertreff. Die Pfarrer sind dort gern gesehen, werden aber nicht benötigt, um die Gruppen aufrechtzuerhalten. Es geht vielmehr darum, dass die Gruppen als Teil der Paulusgemeinde auch deren Gemeindeprofil leben.

Zeitgemäß und modern sowie klassischer Barock

Die Kirche am Stadtzentrum, die ehemalige Kirche der Philipp-Melanchthon-Gemeinde, liegt in der geografischen Mitte Raunheims und hat mit einem funktionalen Kirchsaal und einem eigenen Glockenturm seit Dezember 2013 die idealen Voraussetzungen, um sich zeitgemäß und modern zu präsentieren. Ein klassisches Schmuckstück hingegen ist die aufwendig renovierte Barockkirche aus den Jahren 1751/52, die heute Evangelische Pfarrkirche am Main heißt. Die beiden Kirchenräume ergänzen sich und veranschaulichen gleichsam die Kirche in Raunheim, ihre Tradition und ihre Hinwendung zu zeitgemäßen Aufgaben.

Evangelische Paulusgemeinde Raunheim; Pfarrkirche am Main: Mainstraße 19; Kirche am Stadtzentrum: Niddastraße 15; 65479 Raunheim. Tel.: 06142/43955; E-Mail: buero@paulusgemeinde-raunheim.de.

Kai Merten, Jennifer Koch und Volker Seip (von links) schätzen die Vorzüge und die Kompetenzen der jeweils anderen.

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